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Neben der Borreliose und der FSME sind nun auch andere zeckenübertragbare Erkrankungen wie die Humane Granulozytäre Anaplasmose (HGA) und die Humane Babesiose vermehrt ins Rampenlicht gerückt.
Epidemiologische Untersuchungen in Mittel- und Süddeutschland lassen auf eine hohe Dunkelziffer dieser Infektionen schließen. Die Anaplasmose wird in Europa durch Anaplasma phagocytophilum (Bakterium) hervorgerufen und die Humane Babesiose durch Babesien (parasitische Einzeller). Beide Infektionen zeigen ein ähnliches Krankheitsbild wie die Borreliose und können beim Menschen erst Wochen nach einem Zeckenstich sicher im Blut nachgewiesen werden. Um diese diagnostische Lücke zu schließen und eine effektive Therapie einleiten zu können, kann nach einem Zeckenstich mit modernen molekularbiologischen Laborverfahren geklärt werden, mit welchen Krankheitserregern die Zecke infiziert war.
Mit der so genannten Zecken-PCR können neben Borrelien nun auch Babesien und Anaplasmen zuverlässig in der Zecke nachgewiesen werden. Da Borrelien, Babesien und Anaplasmen häufig parallel in derselben Zecke vorkommen, treten beim Menschen nicht selten Mischinfektionen auf, die laut neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse aus den USA die Entwicklung und den Verlauf einer Lyme-Borreliose entscheidend beeinflussen können. Es ist daher ratsam, die nach einem Zeckenstich entfernte Zecke im Labor nicht nur auf Borrelien untersuchen zu lassen, sondern parallel auch auf Anaplasmen und Babesien.