Was bedeutet eigentlich mein Befund - Teil 2 der Borreliose-Immunoblot


11. November 2007

Ein Western Blot (syn: Immunoblot) bezeichnet die Übertragung (das Blotten) von Proteinen auf eine Trägermembran. Meist wird hierzu eine Nitrocellulosemembran verwendet.

Auf dieser Trägermembran sind die einzelnen Proteine eines Borrelienextraktes nach Ihrem Molekulargewicht aufgetrennt. Der Blotstreifen wird mit dem Patientenserum inkubiert. Nach der Entwicklung zeigen Sie im positiven Fall auf dem Teststreifen spezifische Muster (sog. Banden). Die Banden sprechen für den positiven Nachweis von Antikörpern gegen ein spezifisches Borrelien-Protein.
Je nach Bandenmuster kann dann beurteilt werden, ob spezifische Reaktionen vorliegen oder ob möglicherweise eine Kreuzreaktivität mit anderen möglichen Erregern besteht.
Die Untersuchung wird sowohl auf spezifische IgG und IgM - Antikörper durchgeführt.

kDA = Molekulargewicht des Proteins in kiloDalton

Nun zum Lesen des Befundes:

VLSE
Varaible major protein-like sequence - hochspezifische und hochsensitive Marker einer Borrelien-Infektion

83 kDA - Bande
Membran-Vesikel Protein p83 - spezfische, für eine Borreliose sprechende Bande

41 kDa - Bande
Flagellin p41 - unspezifische Bande - das Protein zeigt Kreuzreaktivitäten zu anderen Spirochäten und begeißelten Bakterien

39 kDa - Bande
BmpA, p 39 - spezifische, für eine Borreliose sprechende Bande

31 kDa - Bande
OspA, p31 - Oberflächenprotein, bzw. äußeres Membranprotein A - spezifische für eine Borreliose sprechende Bande

30 kDa - Bande
p30 Protein - spezifische, für eine Borreliose sprechende Bande

25 kDa - Bande
OspC, p25-Protein - spezfische, für eine Borreliose sprechende Bande - Frühphasenmarker

21 kDa - Bande
p21 Protein - spezifische, für eine Borreliose sprechend Bande

19 kDa - Bande
p19 Protein - spezifische, für eine Borreliose sprechende Bande

17 kDa - Bande
p17 Protein - spezifisch, für eine Borreliose sprechende Bande

Was bedeutet eigentlich mein Borreliose-Befund - Teil 1 Borreliose-ELISA


10. November 2007

ELISA-Test
Der ELISA-Test wird bei der Borreliose-Diagnostik als sensitiver Suchtest eingesetzt um IgM- und IgG-Antikörper nachzuweisen.

IgM-Antikörper werden in typischen Fällen 3 Wochen nach einer Infektion gebildet.

IgG-Antikörper werden etwa ab der 6. Woche nach einem Zeckenstich gebildet.

Jeder Laborbefund beinhaltet das eigentliche Laborergebnis sowie die laborspezifischen Normwerte. Die Beurteilung sollte immer in Zusammenhang mit den Beschwerden und möglichen Vorerkrankungen erfolgen.

IgM-ELISA über dem Normalwert - bedeutet Verdacht auf frische Borrelise-Infektion.
IgG-ELISA über dem Normwert - bedeutet Verdacht auf durchgemachte Borreliose-Infektion.

Kombination der beiden Antikörperklassen:

IgM positiv und IgG negativ - frische Infektion
IgM positiv und IgG positiv - Zustand nach Borreliose-Infektion (auch nach optimaler Antibiotikatherapie)
IgM negativ und IgG positiv - Zustand nach zurückliegender Borreliose-Infektion (Seronarbe)
IgM negativ und IgG negativ - Kein Hinweis auf Borreliose-Infektion bzw. Frühphase einer Borreliose-Infektion; Verlaufskontrolle
in ca. 14 Tagen oder Durchführung eines T-cellspot(R)- Borreliose (wird bereits nach 10 Tagen pos.)

In meinem Labor werden wir das ELISA-Testsystem der Firma Euroimmun.
Dieses Testsystem vereint die Vorteile rekombinanter Antigene und Vollantigenextrakte in einem einzigen Antigengemisch. Vollantigenextrakte der Borrelienstämme B. burgdorferi sensu stricto, B. garinii und B. afzelli werden mit dem rekombinaten Borrelien-Hauptantigen VlSE und Hauptmarkern wie OspC kombiniert.
Hierdurch erzielen wir in über 85 % der Fälle eine klare Diagnose einer Borreliose-Infektion.

Mögliche Einschränkungen:
Beim Erythema migrans, d.h. bei der lokalisierten Hautinfektione kann eine meßbare Antikörperantwort fehlen.
Im Falle einer Re-Infektion tritt meist keine IgM-Antwort auf.

Zecken beißen nicht


7. November 2007

Auch in der offiziellen Fachliteratur ist es immer wieder zu lesen:

Zecken beißen.

Richtig ist - Zecken stechen, denn zum Beißen fehlt den Zecken das entsprechende Mundwerkzeug.
Der vordere Teil des Körpers einer Zecke endet in einem aus zwei Platten bestehenden Saugrohr. In diesem Saugrohr befinden sich zwei Schneiden, die sich vorstülpen und mit denen die Haut aufgeraspelt wird. Dann bohrt die Zecke das Saugrohr in die Haut und gibt Speichel ab. Dieser enthält Gerinnungshemmer, Schmerzbetäubungsmittel sowie Stoffe gegen Entzündungsreaktion.
Mit diesem Trick kann die Zecke über Stunden Blut saugen, ohne dass es gerinnt und ohne das der befallene Mensch oder das Tier auf den Stich aufmerksam wird. In der Regel saugt die Zecke 36 bis 38 Stunden an der Einstichstelle.
Die Borrelien gelangen dann mit dem Speichel der Zecke in das gestochene Lebenswesen.

Deshalb gilt - nach dem Waldspaziergang oder der Arbeit im Garten - sorgfältig die Haut absuchen (oder absuchen lassen). Je früher eine Zecke, als potentieller Borrelioseträger entfernt wird, desto geringer das Infektionsrisiko

Guidline for treating lyme disease


4. November 2007

Guidline for treating lyme disease
ScienceDaily (May 25, 2007) — A guideline developed by the American Academy of Neurology finds conventionally recommended courses of antibiotics are highly effective for treating nervous system Lyme disease. However, there is no compelling evidence that prolonged treatment with antibiotics has any benefit in treating symptoms that persist following standard therapy.

“While other guidelines exist to help diagnose and treat general Lyme disease, there continues to be considerable controversy and uncertainty about the best approach to treating neuroborreliosis, in which Lyme disease involves the nervous system,” said lead guideline author John J. Halperin, MD, with Atlantic Health in Summit, NJ, and Fellow of the American Academy of Neurology.

To develop the guideline, the authors analyzed all available scientific studies on the topic.

The evidence shows that using antibiotics for two to four weeks is highly effective for treating neuroborreliosis. Lyme disease responds well to the intravenous antibiotics penicillin, ceftriaxone, cefotaxime, and oral doxycycline, and these antibiotics are probably safe and effective when taken for 14 to 28 days by children and adults.

Halperin says other oral antibiotics, such as amoxicillin and cefuroxime axetil, may be alternative treatment options for Lyme disease, but there is not enough supporting evidence to recommend them.

Patients who have received accepted antibiotic regimens for Lyme disease sometimes have persisting symptoms, often referred to as Post-Lyme syndrome (PLS). This guideline states that long-term use of antibiotics does not improve the outcome in people with chronic symptoms after customary treatment of Lyme disease. Specifically, further treatment does not improve overall health quality of life, memory, or depression. Long-term antibiotic use can be associated with such side effects as diarrhea, blood stream infections, and blood clots.
“While it is clear from all available scientific studies that long-term use of antibiotics doesn’t help to treat chronic symptoms that persist after treatment for Lyme disease, the symptom complex will remain problematic until we can better understand the cause of these symptoms and find appropriate treatments,” said Halperin.

The guideline is published May 23, 2007, in the online edition of Neurology®, the scientific journal of the American Academy of Neurology.

Adapted from materials provided by American Academy of Neurology.

Borreliose-Immunblot


4. November 2007

Nachfolgend finden Sie die Abbildung eines Borreliose-Immunoblots.

Auf den Teststreifen sind verschiedene Borrelienantigene nach ihrer Molekülgröße aufgetrennt.

Diese Streifen werden mit Patientenserum überschichtet. Befinden sich Antikörper gegen die einzelnen
Antigene im Patientenserum, so binden diese an die Antigene.
Durch eine Färbereaktion können die Antikörper sichtbar gemacht werden.
Je nach Infektionsstatus kann ein spezifisches Bandenmuster entstehen.

Die kann sowohl für IgG-, als auch für IgM-Antikörper durchgeführt werden.
IgM-Antikörper sind Marker einer frühen Infektion. IgG-Antikörper sprechen für eine länger zurückliegende Infektion.

teststreifen
Abbildung:
1: positiv für borrelien-spezifische IgG-Antikörper
2: negativ für borrelien-spezifische IgG-Antikörper
3: positiv für borrelien-spezifische IgM-Antikörper
4: negativ für borrelienspezifische IgM-Antikörper

Links
wikipedia.org/wiki/Western_Blot
infektionsnetz.at/Immunoblot