Erreger: Anaplasma phagocytophilum
Gram-negative Bakterien
obligat intrazellulär in Granulozyten
Übertragung: Zecken der Gattung Ixodes
Wirtsspektrum: zahlreiche Haus-, Nutz- und Wildtiere, Mensch
Seroepidemiologische Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass 1,9-2,6 % der Normalbevölkerung Antikörper gegen Anaplasma phagocytophilum aufweisen
Die Seroprävalenz bei Risikokollektiven wie Forstangestellten und Lyme-Borreliose-Patienten beträgt 11,4-18%
ca. 2,3% der Ixodes-Zecken in Süddeutschland sind mit Anaplasma phagocytophilum infiziert (Hildebrandt et al. 2003)
Klinik:
Inkubationszeit: wenige Tage bis 4 Wochen
grippeähnliche, unspezifische Erkrankung mit den Leitsymptomen hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen
Die Erkrankung dauert meist einige Tage (mittlere Krankheitsdauer 9 Tage mit einem Bereich von 1-60 Tagen)
Der klinische Verlauf reicht von einer milden Symptomatik bis hin zum tödlichen Ausgang
Von einem symptomatischen Verlauf sind vor allem ältere Personen und Patienten mit schweren Grunderkrankungen und/oder Immunsuppression betroffen
Diagnostik
vom Klinischen Bild kaum von anderen zeckenübertragbaren Erkrankungen wie der Borreliose oder Babesiose zu unterscheiden:
Labordiagnostik deshalb unerläßlich:
1. Differentialblutbild: Leukopenie, Thrombopenie und/oder Anämie
Erhöhung der Lebertransaminasen
2. Erregernachweis im Blutausstrich (Giemsa)
3. Nachweis von Antikörpern im Serum mittels IFT
4. Molekularbiologischer Nachweis mittels PCR (EDTA-Blut)
Ergänzend: Erregernachweis in der Zecke mittels PCR