Serologische Untersuchungen


25. February 2008

Verschiedene labormedizinische Verfahren stehen heute zu Verfügung um nach einem Zeckenstich eine frühzeitige Infektion mit Borreliose zu erkennen. Bei einer serologischen Blutuntersuchung mittels eines spezifischen „Elisa“ und „Immunoblot“ kann der Nachweis von Antikörpern auf Borrelien mit einer hohen Sensitivität und Spezitifität durchgeführt werden.

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Zeckenuebertragbare Erkrankungen


19. February 2008

Zeckenübertragbare Erkrankungen wie die Babesiosis und Anaplasmose werden in der Differentialdiagnostik zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausreichend berücksichtigt. Der Videoclip informiert über die Symptome dieser Erkrankungen und die diagnostischen Möglichkeiten.

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Babesiosis


16. February 2008

Erreger: Babesia divergens, Babesia microti
parasitische Protozoen (Einzeller)
obligat intrazellulär in Erythrozyten

Übertragung: Zecken der Gattung Ixodes, Bluttransfusion (selten)

Wirtsspektrum: zahlreiche Haus-, Nutz- und Wildtiere, Mensch

Klinik
Inkubationszeit: 5 Tage bis 9 Wochen
Malaria-ähnliche Symptome, Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Arthralgien, hämolytische Anämie, Hämoglobinurie und Fieber bis 40°C. z.T, Bauchschmerzen, Hepatosplenomegalie, Nierenversagen
In Abhängigkeit von der individuellen Prädisposition und der Parasitendichte kommt es zu Influenza-ähnlichen Symptomen bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen
Typische Risikofaktoren für den schweren Verlauf einer Babesiose sind Splenektomie, Immunsuppression, HIV, Organtransplantation und höheres Lebensalter
Für splenektomierte Patienten mit einer B. divergens-Infektion wurde eine Mortalitätsrate von 50% beschrieben

Diagnostik
Da die Symptome einer Babesiose relativ unspezifisch sind, ist die Labordiagnostik unerlässlich für eine sichere Diagnose

1. Differentialblutbild: Thrombopenie und/oder Anämie
Biochemischer Nachweis einer Hämoglobinurie

2. Erregernachweis im Blutausstrich (Giemsa)

3. Nachweis von Erreger-spezifischen Antikörpern im Serum (IFT)

4. Molekularbiologischer Nachweis mittels PCR (EDTA-Blut)
Ergänzend: Erregernachweis in der Zecke mittels PCR

Information zur Labordiagnostik finden Sie unter “Schneller zur Diagnose”.

Anaplasmose = Ehrlichiose


16. February 2008

Erreger: Anaplasma phagocytophilum

Gram-negative Bakterien
obligat intrazellulär in Granulozyten

Übertragung: Zecken der Gattung Ixodes

Wirtsspektrum: zahlreiche Haus-, Nutz- und Wildtiere, Mensch

Seroepidemiologische Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass 1,9-2,6 % der Normalbevölkerung Antikörper gegen Anaplasma phagocytophilum aufweisen

Die Seroprävalenz bei Risikokollektiven wie Forstangestellten und Lyme-Borreliose-Patienten beträgt 11,4-18%

ca. 2,3% der Ixodes-Zecken in Süddeutschland sind mit Anaplasma phagocytophilum infiziert (Hildebrandt et al. 2003)

Klinik:
Inkubationszeit: wenige Tage bis 4 Wochen
grippeähnliche, unspezifische Erkrankung mit den Leitsymptomen hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen
Die Erkrankung dauert meist einige Tage (mittlere Krankheitsdauer 9 Tage mit einem Bereich von 1-60 Tagen)
Der klinische Verlauf reicht von einer milden Symptomatik bis hin zum tödlichen Ausgang
Von einem symptomatischen Verlauf sind vor allem ältere Personen und Patienten mit schweren Grunderkrankungen und/oder Immunsuppression betroffen

Diagnostik
vom Klinischen Bild kaum von anderen zeckenübertragbaren Erkrankungen wie der Borreliose oder Babesiose zu unterscheiden:
Labordiagnostik deshalb unerläßlich:
1. Differentialblutbild: Leukopenie, Thrombopenie und/oder Anämie
Erhöhung der Lebertransaminasen

2. Erregernachweis im Blutausstrich (Giemsa)

3. Nachweis von Antikörpern im Serum mittels IFT

4. Molekularbiologischer Nachweis mittels PCR (EDTA-Blut)
Ergänzend: Erregernachweis in der Zecke mittels PCR

“Borreliose Wissen” - aktueller Stand der Diagnostik


16. February 2008

In der Ärzte Zeitung vom 15.02.2008 wurde ein Artikel zum Thema - Was tun bei Borrelioseverdacht ? - veröffentlicht.

Mit keinem Wort wurde dabei auf neuere infektionsimmunologische Verfahren eingegangen. Auch bei den Experten - Ignoranz oder wirtschaftliche Interessen ??

In meinem Labor werden sowohl der borrelienspezfische LTT, als auch der T-cellspot(R) Borrelien angeboten. Vielleicht ist es noch wichtig zu sagen, dass ich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten den LTT empfehlen müsste.

Der LTT ist als diagnostisches Instrument sicher nicht zu vernachlässigen, hat aber gegenüber infektionsimmunologischen Verfahren wie dem T-cellspot erhebliche Nachteil. Vor allen Dingen bei der Frage - Behandlungsbedürftigkeit Ja oder Nein.

Bei jeder Infektion bildet das Immunsystem sogenannte Gedächtniszellen aus. Diese Gedächtniszellen sollen dem Organismus dazu dienen, auf eine erneute Infektion rasch mit der Bildung von Antikörpern zu reagieren.

Der LTT wird im Regelfall über 6 Tage mit verschiedenen Antigenen inkubiert. Die Gedächtniszellen beginnen zu wachsen und teilen sich. Markierte DNA-Bausteine werden in den Zellkern eingelagert. Durch diese Markierung wird die Proliferationsantwort sichtbar gemacht.

Beim T-cellspot werden die Zellen lediglich 20 Stunden inkubiert. Bei einem aktiven Krankheitsgeschehen kommt es nach Stimulation der Zellen mit verschiedenen Antigen zur Freisetzung von Zytokinen (beim T-cellspot verwenden wir das Leitzytokin Interferon gamma).
Mit diesem Verfahren erhalten wir als eine Aussage über das aktive Krankheitsgeschehen, über die Behandlungsbedürftigkeit.

FAKT: der T-cellspot ist zur Differenzierung zwischen aktiven, behandlungsbedürftigen Borrelien-Infektionen oder durchgemachten Infektionen aus immunologischer Sicht das geeignetere Verfahren.

Mainz, den 16.02.2008
Dr. med. Ralf Kirkamm
Laborarzt
CEO GANZIMMUN AG