Antibiotikatherapie bei Borreliose


3. June 2008

Von der deutschen Borreliosegesellschaft e.V. wurden im April 2008 Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose veröffentlicht.
Die Verfasser weisen ausdrücklich darauf hin, dass bislang keine evidenzbasierten Studienergebnisse zur Behandlung der chronischen Borreliose vorliegen. Daraus folgt, dass jede, also auch antibiotische Behandlung der Borreliose, eine sogenannte Off-Label-Verwendung darstellt über die der Patient informiert werden muss.
Die verwendeten Antibiotika wie Minocyclin, Doxycyclin, Azithromycin, Amoxicillin, Cefuroxim, Clarithromycin, Metronidazol und Hydroxychloroquin haben neben der antibiotischen Wirkungen auch Nebenwirkungen und führen auch zu einer Beeinflußung des Mikronährstoffhaushaltes.
Diese Nebenwirkung sollte in den begleitenden Therapiemaßnahmen berücksichtigt werden.
Eine Aufstellung finden Sie hier: nebenwirkung-der-antibiotikatherapie.pdf

Keine FSME-Risikogebiete in Sachsen


2. June 2008

SMS - Sächsisches Staatsministerium für Soziales
02.06.2008

Nach Zeckenstich können Menschen an Borreliose oder
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) erkranken. Um aktuelle Erkenntnisse
zur Verbreitung von Borrelien (Bakterien) und FSME-Viren in Zecken zu
gewinnen, beauftragte das Sächsische Staatsministerium für Soziales im
vergangenen Jahr die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und
Veterinärwesen mit der Untersuchung von Zecken.

Insgesamt wurden über 2.000 Zecken untersucht: Eine Hälfte auf das
Vorhandensein von Borrelien, die andere Hälfte auf FSME-Viren.

Bei keiner der im Freistaat Sachsen untersuchten Zecken wurden FSME-Viren
gefunden. Da zudem gesichert ist, dass ein Teil der sehr wenigen
Erkrankungen an FSME in Sachsen (im Jahr 2007: zwei) außerhalb des
Freistaates erworben wurde, gibt es auch weiterhin kein FSME-Risikogebiet im
Freistaat Sachsen und somit keine Empfehlung für die Impfung gegen FSME.

Borrelien unterschiedlicher Typen waren in fast jeder fünften der im
Freistaat Sachsen untersuchten Zecken (18,8 Prozent) nachweisbar. Einige
Zecken waren mit mehreren unterschiedlichen Borrelien infiziert. In
männlichen Zecken wurden häufiger Borrelien nachgewiesen (29 Prozent) als
bei Weibchen (20 Prozent) und den Nymphen als Entwicklungsstadium zwischen
Larven und erwachsenen Zecken (16 Prozent). Die Ergebnisse bestätigen die
Untersuchungen aus dem Jahr 1997. Auch Untersuchungen in Baden-Württemberg
führten zu ähnlichen Ergebnissen: durchschnittlich 15 Prozent der
untersuchten Zecken waren mit Borrelien infiziert.

Da das Risiko für eine Infektion mit Borrelien nach Zeckenstich im Freistaat
Sachsen unverändert ist, sollte sich jeder vor Zecken schützen. Eine
Pressemitteilung mit entsprechenden Empfehlungen hat das Sächsische
Staatsministerium für Soziales am 09.05.2008 veröffentlicht.

Die Fanggebiete erstreckten sich über einen großen Teil Sachsens in
Anlehnung an die Regionen von Fangaktionen der Jahre 1996 und 1997. Mit
einbezogen waren Landkreise bzw. kreisfreie Städte, in denen während der
letzten Jahre einzelne FSME-Erkrankungen auftraten. Gesammelt wurden die
Zecken von der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Schutzimpfungen
in Sachsen, einem gemeinnützigen, der öffentlichen Gesundheitspflege
verpflichtetem Verein.