Archiv der Kategorie „Zeckenübertragbare Erkrankungen - Coinfektionen“

Klimawandel fördert zeckenübertragbare Erkrankungen


22. May 2008

Die klimatischen Veränderungen haben einen großen Einfluss auf die Verbreitung von Krankheitserregern. Auch die Übertrager von zeckenübertragbaren Erkrankungen haben durch die immer wärmen Temperaturen in den Wintermonaten deutliche Überlebensvorteile. Die Folge: die Zahl der Zecken und damit auch die Zahl der durch Zecken übertragenen Erreger steigt.

Zecken in Mitteleuropa werden immer gefährlicher. Neben den allgemein bekannten Krankheiten wie Borreliose und FSME kommen weitere Erkrankungen dazu.

Hierzu zählen die Infektion durch Babesien und Anaplasmen. Information zu diesen beiden Erregern finden Sie in unserer Broschüre http://www.ganzimmun.de/seiten/download.php?action=show_download&download_id=276 “Zeckenübertragbare Erkrankungen.

Aber auch weitere Krankheiten können in Deutschland durch Zecken übertragen werden. Hierzu zählt das Mittelmeerfieber (Überträger Rickettsia conorii), das Q-Fieber (Überträger Coxiella burnetii) sowie die Katzenkratzkrankheit (Überträger Bartonella henselae).

Kurzinformationen finden Sie in unseren Datenblättern:

Bartonellose, Katzenkratzkrankheit
Q-Fieber
Rickettsiose

Zeckenuebertragbare Erkrankungen


19. February 2008

Zeckenübertragbare Erkrankungen wie die Babesiosis und Anaplasmose werden in der Differentialdiagnostik zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausreichend berücksichtigt. Der Videoclip informiert über die Symptome dieser Erkrankungen und die diagnostischen Möglichkeiten.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Babesiosis


16. February 2008

Erreger: Babesia divergens, Babesia microti
parasitische Protozoen (Einzeller)
obligat intrazellulär in Erythrozyten

Übertragung: Zecken der Gattung Ixodes, Bluttransfusion (selten)

Wirtsspektrum: zahlreiche Haus-, Nutz- und Wildtiere, Mensch

Klinik
Inkubationszeit: 5 Tage bis 9 Wochen
Malaria-ähnliche Symptome, Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Arthralgien, hämolytische Anämie, Hämoglobinurie und Fieber bis 40°C. z.T, Bauchschmerzen, Hepatosplenomegalie, Nierenversagen
In Abhängigkeit von der individuellen Prädisposition und der Parasitendichte kommt es zu Influenza-ähnlichen Symptomen bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen
Typische Risikofaktoren für den schweren Verlauf einer Babesiose sind Splenektomie, Immunsuppression, HIV, Organtransplantation und höheres Lebensalter
Für splenektomierte Patienten mit einer B. divergens-Infektion wurde eine Mortalitätsrate von 50% beschrieben

Diagnostik
Da die Symptome einer Babesiose relativ unspezifisch sind, ist die Labordiagnostik unerlässlich für eine sichere Diagnose

1. Differentialblutbild: Thrombopenie und/oder Anämie
Biochemischer Nachweis einer Hämoglobinurie

2. Erregernachweis im Blutausstrich (Giemsa)

3. Nachweis von Erreger-spezifischen Antikörpern im Serum (IFT)

4. Molekularbiologischer Nachweis mittels PCR (EDTA-Blut)
Ergänzend: Erregernachweis in der Zecke mittels PCR

Information zur Labordiagnostik finden Sie unter “Schneller zur Diagnose”.

Anaplasmose = Ehrlichiose


16. February 2008

Erreger: Anaplasma phagocytophilum

Gram-negative Bakterien
obligat intrazellulär in Granulozyten

Übertragung: Zecken der Gattung Ixodes

Wirtsspektrum: zahlreiche Haus-, Nutz- und Wildtiere, Mensch

Seroepidemiologische Untersuchungen in Deutschland haben gezeigt, dass 1,9-2,6 % der Normalbevölkerung Antikörper gegen Anaplasma phagocytophilum aufweisen

Die Seroprävalenz bei Risikokollektiven wie Forstangestellten und Lyme-Borreliose-Patienten beträgt 11,4-18%

ca. 2,3% der Ixodes-Zecken in Süddeutschland sind mit Anaplasma phagocytophilum infiziert (Hildebrandt et al. 2003)

Klinik:
Inkubationszeit: wenige Tage bis 4 Wochen
grippeähnliche, unspezifische Erkrankung mit den Leitsymptomen hohes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen
Die Erkrankung dauert meist einige Tage (mittlere Krankheitsdauer 9 Tage mit einem Bereich von 1-60 Tagen)
Der klinische Verlauf reicht von einer milden Symptomatik bis hin zum tödlichen Ausgang
Von einem symptomatischen Verlauf sind vor allem ältere Personen und Patienten mit schweren Grunderkrankungen und/oder Immunsuppression betroffen

Diagnostik
vom Klinischen Bild kaum von anderen zeckenübertragbaren Erkrankungen wie der Borreliose oder Babesiose zu unterscheiden:
Labordiagnostik deshalb unerläßlich:
1. Differentialblutbild: Leukopenie, Thrombopenie und/oder Anämie
Erhöhung der Lebertransaminasen

2. Erregernachweis im Blutausstrich (Giemsa)

3. Nachweis von Antikörpern im Serum mittels IFT

4. Molekularbiologischer Nachweis mittels PCR (EDTA-Blut)
Ergänzend: Erregernachweis in der Zecke mittels PCR